1. Geschichte und Internet
1.1. Die Geschichte des Internet
1.2. Die Technik des Internet
1.3. Browser
1.3.1. Netscape Navigator
1.3.2. Microsoft Internet Explorer
1.4. Sicherheit im Netz
2. Dienste im Internet
2.1. WWW
2.2. eMail
2.3. News
2.4. FTP
2.5. Telnet
2.6. IRC
2.7. Gopher
3. Findmittel
3.1. Periodikanachweise
3.2. Bibliographien
4. Informationsmedium
Internet
4.1. eMail
4.2. News
4.3. FTP
4.4. Kataloge und Portale
4.5. Suchmaschinen
4.5.1. Altavista
4.5.2. Google
5. Geschichte im Internet
5.1. Kataloge und Verzeichnisse
5.2. Suchmaschinen
5.3. Nachschlagewerke
5.4. Datenbestände & Archive
5.5. Primärquellensammlungen
5.6. Geschichte multimedial
6. Das Internet als Quelle
6.1. Quellenbewertung
6.2. Zitieren aus dem Internet
6.3. Rechtliche Aspekte
7. Publizieren im Internet
7.1. Allg. Voraussetzungen
7.2. Grundlagen HTML
7.3. Editoren
7.4. Speicherplatz, Domains und
Upload
8. Literatur- und Link-
verzeichnis


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Kataloge und Portale

 

Einführung

Prinzipiell gibt es zwei klassische Möglichkeiten im World Wide Web nach Informationen zu suchen. Entweder durch Kataloge (manchmal auch Portal oder Listen genannt) oder mit einer Suchmaschine. Unter Katalogen versteht man dabei "manuell" erstellte und thematisch geordnete Verzeichnisse, während Suchmaschinen "automatisch" generierte, durchsuchbare Datenbanken darstellen. Heute ist die Trennung von Katalogen und Suchmaschinen nicht mehr so klar, da die meisten Anbieter beides im Angebot haben.

Kennzeichnend für Kataloge ist, dass sie von einem Redakteursteam erstellte und nach bestimmten Kriterien hierarchisch geordnete und gewichtete Linklisten (teilweise mit Kommentaren) darstellen. Ziel ist es dem normalen Nutzer zu helfen, der angesichts der Masse von Möglichkeiten, nicht weiß wo er beginnen soll nach einer Information zu suchen. Definitionsgemäß können Kataloge nur einen kleinen Ausschnitt aus der riesigen Menge an Informationen des Internet abbilden. Dieses Manko versucht man dadurch auszugleichen, dass man sich den Anspruch stellt die besten Links zum jeweiligen Themengebiet anzubieten (nach dem Motto "Klasse statt Masse"). Dabei muss man aber bedenken, dass diese Listen letzten Endes nur die Meinung einer Gruppe von Leuten darstellt, also weder repräsentativ noch umfassend sind.

Wann benutze ich Kataloge?

Folgende Eignungskriterien für Kataloge werden vom KMMT und dem RRZN referiert:

  • man möchte sich einen ersten, allgemeinen Überblick über ein bestimmtes, aber weitgefasstes Thema verschaffen

  • man möchte (effizient) einen Einstieg in ein Thema finden

  • man möchte die Suchergebnismenge klein halten

  • man möchte bei der Suche das thematische Umfeld berücksichtigen

  • man möchte sich nicht mit den Suchmaschinen eigenen Abfragesprachen beschäftigen

  • man möchte eigentlich nur ein wenig (themenorientierter) "surfen"

Konkrete Suche in einem Katalog

Ausgehend von der Startseite, die zugleich die Oberkategorien repräsentiert, klickt man sich immer tiefer durch die Unterkategorien, bis man einen Link findet, der zu einer Seite führt, die das gesuchte Thema enthält. Normalerweise findet man den Weg durch einen Katalog recht intuitiv, aber es gibt für die Kategorisierung keine allgemeinen Regeln, so z. B. die Frage, ob man „Computerwoche" unter Computer oder Zeitung einordnet. Das impliziert, dass die Kategorisierung von Anbieter zu Anbieter verschieden ist.


Abb. Schematische Dqarstellung eines Kataloges

Die Qualität eines Kataloges ist nur schwer zu bewerten, aber anhand der Funktionalitäten wie Wechselmöglichkeiten zwischen Unterkategorien verschiedener Hauptkategorien oder kleinen lokalen Suchmaschinen für den Katalog und überhaupt an der übersichtlichen Gestaltung sowie dem Nicht-Vorhandensein von Deadlinks kann man ein gewisses Maß an Professionalität erkennen.

Beispiele für Kataloge

Einen guten Überblick bietet die Seite "Suchdienste" auf der Homepage der Universität Mannheim.

Yahoo - der älteste aller Kataloge. Bietet bis heute eines der größten Verzeichnisse mit vielen Einträgen zu sehr unterschiedlichen Gebieten. Relativ leicht in der Nutzung und Navigation, mit Wechselmöglichkeiten direkt zum amerikanischen Ursprungskatalog. Weltweit vertreten, verfügt neben einer Suchmaschine noch über viele Extras.

Lycos - neben Yahoo einer der weltweit vertretenen Angebote. Ebenfalls reichhaltiges Angebot an Kategorien und Links zu allen Themen, mit vielen zusätzlichen Angeboten von Suchmaschine bis eMail. Recht gute Navigation, aber am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Mit Bewertung und Kommentaren.

Web.de - vor allem bekannt als Freemailer ist Web.de zugleich auch einer der größten deutschen Kataloge. Ebenso wie Lycos in der Navigation gut, aber gewöhnungsbedürftig, dafür auf deutsche Inhalte spezialisiert.

Dino online - der älteste deutschsprachige Katalog. Sehr schnelle Antwortzeiten mit klarer Navigation. Ebenso wie Web.de auf deutsche Inhalte spezialisiert. Darüber hinaus weiter Angebote wie Suchmaschine.

DTV-Kulturportal - ein Projekt des DTV-Verlages, das mit seinem Schwerpunkt auf kulturellen Inhalten, als Gegengewicht zu den General-Interest-Angeboten der sonstigen Portale und Kataloge versteht. Über prominente Partner verfügt die Seite über ein reichhaltiges Angebot an Rezensionen, Kritiken und vielen Informationen aus den Gebieten Geisteswissenschaften, Theater, Kultur oder Kino. Da das Angebot noch relativ neu ist, ist eine absolute Bewertung schwer, aber bei allgemeinem Interesse am kulturellen Leben bestimmt ein interessantes Angebot.

Anzumerken ist, dass es sich bei allen  vorgestellten Diensten um kommerzielle Angebote handelt, die durch den Internethype der letzten Jahre zunehmend kommerzialisiert wurden. Bisher werden Plätze noch nicht vermarktet, aber es ist nicht auszuschließen, das dies irgendwann erfolgt. Neben kommerziellen Katalogen gibt es nur wenige große freie Angebote, einen neuen Versuch stellt das Open Directory Projekt - http://dmoz.org/ dar. Zugleich handelt es sich hier nicht um eine Zusammenstellung der vermeintlich besten Kataloge, also einer Wertung , sondern nur der größten und bekanntesten Kataloge. "Seinen" Katalog muss jeder Nutzer selber finden, frei nach dem Motto "Studieren geht über probieren".

Neben den klassischen Katalogen, die kurze Hinweise auf den Inhalt bieten, gibt es noch Besprechungsdienste. Bei diesen werden alle Seiten rezensiert und bewertet, so dass ausführliche Informationen zu jedem Link vorhanden sind. Da eine solche Arbeit sehr aufwendig ist, sind die jeweiligen Kataloge vom Umfang her recht klein. Da es sich auch hier um subjektive Meinungen handelt spiegeln sie nur die Auffassung der Autoren wieder.

Argus Clearinghouse - aus einem Projekt der University of Michigan entstanden und somit einer der ältesten Dienste. Englischsprachig mit Schwerpunkt auf amerikanischen Seiten, von Redakteuren betreut.

Auch in diesem bereich gab es einige Verschiebungen zugunsten der Kommerzialisierung, so dass Angebote wie EBIG vollkommen kommerzialisiert wurden oder ander Angebote wie Webtip ganz wegfielen. Also heißt es auch hier mit der nötigen Skepsis an die Suche zu gehen.

Weiterführende Literatur:  

Regionales Rechenzentrum für Niedersachsen / Universität Hannover (RRZN): Suchen & Finden im Internet oder: Die Nadel im Heuhaufen, Hannover, 1998, S. 7 - 24.