1. Geschichte und Internet
1.1. Die Geschichte des Internet
1.2. Die Technik des Internet
1.3. Browser
1.3.1. Netscape Navigator
1.3.2. Microsoft Internet Explorer
1.4. Sicherheit im Netz
2. Dienste im Internet
2.1. WWW
2.2. eMail
2.3. News
2.4. FTP
2.5. Telnet
2.6. IRC
2.7. Gopher
3. Findmittel
3.1. Periodikanachweise
3.2. Bibliographien
4. Informationsmedium
Internet
4.1. eMail
4.2. News
4.3. FTP
4.4. Kataloge und Portale
4.5. Suchmaschinen
4.5.1. Altavista
4.5.2. Google
5. Geschichte im Internet
5.1. Kataloge und Verzeichnisse
5.2. Suchmaschinen
5.3. Nachschlagewerke
5.4. Datenbestände & Archive
5.5. Primärquellensammlungen
5.6. Geschichte multimedial
6. Das Internet als Quelle
6.1. Quellenbewertung
6.2. Zitieren aus dem Internet
6.3. Rechtliche Aspekte
7. Publizieren im Internet
7.1. Allg. Voraussetzungen
7.2. Grundlagen HTML
7.3. Editoren
7.4. Speicherplatz, Domains und
Upload
8. Literatur- und Link-
verzeichnis


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Sicherheit im Netz

 

Sicherheit ist wohl eines der überragenden Themen im Internet. Kein Tag vergeht an dem man nicht von Viren, Hackern, elektronischem Datendiebstahl oder ähnlichem hört. Doch es stellt sich die Frage was für den Privatanwender in dieser Flut wirklich relevant ist. Deshalb wenden wir uns hier verschiedenen Themengebieten zu, die vor allem relevant sind: Viren und die Sicherheit des eigenen PCs sowie Sicherheit bei der Weitergabe von vertraulichen Daten (Persönliche Informationen, Kreditkartennummern, o. ä.). Darüber hinaus erfolgt noch ein kleiner Exkurs zum Thema Informationsgesellschaft und deren Überwachung.

Viren und der eigene PC

Die ersten Berichte über Viren stammen aus den frühen 80iger Jahren aus den USA. Das Prinzip selber war schon länger bekannt und die ersten wurmähnlichen Viren wurden schon in den 70igern programmiert. Dabei handelte es sich aber um kontrollierte Versuche. Der erste Fall eines außer Kontrolle geratenen Wurms ereignete sich 1982 in den Labors des Xerox Alto Research Centers, wo ein zum verteilten Rechnen programmierte Wurm sich selbständig kopierte und damit das gesamte Labor stilllegte. Im gleichen Jahr tauchten die ersten "frei lebenden" Viren für Apple PC's auf, für IBM Desktop-PC's fand man die ersten Viren 1986. Der Begriff des Virus wurde 1983 von Fred Cohen durch seine Doktorarbeit "Computer Viruses - Theory and Experiments" definiert: A "computer virus" is a program that can "infect" other programs by modifying them to include a possibly evolved version of itself.

Während der 80iger Jahre nahm die Zahl der Viren kontinuierlich zu. Hauptsächlich handelte es sich dabei um von Studenten programmierte Würmer, die oftmals die Netzwerke der Universitäten lahm legten, aber auch die Zahl der PC-Viren nahm weiter zu, doch blieb ihre Schadenswirkung weitestgehend begrenzt, da sie einerseits nur durch Programme/Disketten verbreitet werden konnten und auf der anderen Seite der gewollte und mögliche Schaden recht gering war. Darüber hinaus waren sie recht einfach zu finden.

Diese Situation änderte sich erst 1990 mit Entdeckung der so genannten polymorphen Viren, deren Schadenswirkung wesentlich größer war als die der bisher bekannten Viren und die nur noch schwer entdeckt werden konnte. Damit begann die Problematik Viren auch in der Öffentlichkeit bekannt zu werden und es begann der bis heute andauernde Wettlauf zwischen Virenprogrammieren und Antivirussoftware-Herstellern.

Zur Zeit sind über 50.000 Viren bekannt, von diesen sind aber zur Zeit nur etwa 250 im Umlauf. Je nach Art und Weise, wie das Virus einen Computer befällt, gehört es zu einer bestimmten Gattung. Fünf verschiedene Virentypen sind bekannt: Würmer, Programm-/Dateiviren, Makroviren, Trojanische Pferde, Bootviren. In eine ganz andere Kategorie gehören die Hoaxe.

Würmer

Als Würmer bezeichnet man alle Viren, die sich selbständig automatisiert über ein PC-Netzwerk oder das Internet verbreiten. Sie sind einer der am häufigsten vorkommende Form. Im Normalfall verschicken sie sich selbst als eMail an jeden gespeicherten Kontakt, dabei nutzen sie meistens Fehler in den weit verbreiteten E-Mail-Programmen Outlook bzw. Outlook Express. Der Wurm an sich ist ungefährlich, weil er keine Daten schädigt. Hat er allerdings einen anderen Virus "an Bord", z. B. ein Programm- oder Makrovirus kann dieses Gespann großen Schaden anrichten.

Programmviren/Dateiviren

Diese Art der Viren ist eine der am weitest verbreiteten Form. Meistens handelt es sich bei ihnen um kleine Programme, die ausführbare Programme (.exe oder .com-Dateien) befallen. Die mit Viren verseuchte Programme infizieren wiederum andere Programme, wenn die bereits verseuchten Programme ausgeführt werden. Diese anderen Programme liegen ahnungslos irgendwo auf der Festplatte und müssen keineswegs gerade aktiv sein. Auf Dauer führen sie dazu, dass die Programme nicht mehr stabil laufen, ganz den Dienst verweigern oder das gesamte System nicht mehr lauffähig ist.

Makroviren

Makroviren waren die in letzter Zeit öffentlichkeitswirksamste Form von Viren. Ein Makro ist ein einfaches Programm, mit dem Abläufe zum Beispiel in Microsoft Word automatisiert werden können. Makroviren machen sich eine Sicherheitslücke zunutze: Wird ein Dokument oder eine eMail geöffnet, das Makros enthält, startet das entsprechende Programm automatisch die Makros solange man diese Einstellung nicht manuell verändert. Ist eines davon ein Virus, so kopiert es sich ab sofort in jeden Text hinein, den der Benutzer abspeichert oder greift weitergehend auf das ganze System und bringt es zum Absturz zu. Makroviren verbreiten sich bevorzugt über das Internet als Anhängsel von E-Mails und erfreuen sich in letzter Zeit großer Beliebtheit bei den sog. Script-Kiddies, da es im Netz eine Vielzahl von Bausätzen gibt. Zunehmend verlieren sie aber an Bedeutung, da das Schema sehr bekannt ist. Der berühmteste Fall dürfte der sog. loveletter-Virus gewesen sein.

Trojanische Pferde

Trojanische Pferde sind keine Viren im eigentlichen Sinne, sondern Programme, die einen direkten Fremdzugriff auf einen Rechner erlauben. Sie verstecken sich meist in Programmen und erschweren somit das Auffinden und Beseitigen. Ist der Trojaner einmal installiert startet er jedes Mal automatisch bei einer Verbindung in ein Netzwerk/Internet, teilweise informiert es sogar den ursprünglichen Erfinder, der dann so bequem auf den Rechner zugreifen kann oder gibt ungewollt persönliche Daten weiter. Sehr bekannt geworden sind die Programme BackOrifice und SubSeven, die die vollkommene Kontrolle des befallenen Rechners ermöglichten.

Bootviren

Jede Diskette und jede Festplatte hat einen so genannten Bootsektor. In diesem Sektor liegt ein kleines, aber wichtiges Programm. Wird der Rechner gestartet (gebootet), dann sagt dieses Programm dem Computer, dass er das Betriebssystem laden soll - entweder von der Platte oder von einer Diskette. Bootviren verschieben dieses Programm und kopieren sich selbst an dessen Stelle. Startet der Rechner das nächste Mal, startet er automatisch das Virus. Dies führt meistens zu einem Versagen des gesamten Systems.

Hoaxe

Hoax heißt Streich, und eigentlich handelt es sich hier auch gar nicht um einen Virus. Eher um eine Warnung per E-Mail, die auf einen besonders gefährlichen Virus hinweist. Darin steht, dass der Empfänger eine bestimmte E-Mail nicht öffnen soll und, gleichzeitig wird er aufgefordert, diese Mail an Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Ahnungslose Leser werden selbst zum Überträger, aber dafür sind Hoaxe auch absolut harmlos...

Verhaltensregeln

Sicherheit fängt immer bei einem persönlich an, denn selbst das beste Programm kann nicht gesunden Menschenverstand ersetzen.
Da die meisten bekannten Probleme durch mangelnde, falsche oder nicht erkannte Sicherheitseinstellungen geschehen, sollte man von Anfang die Sicherheitseinstellungen seines Browsers und eMail-Programmes kontrollieren. Man muss selbst entscheiden wie viel Effekte und wie viel Sicherheit man haben will. Wichtige Grundregeln:
1. die meisten Viren (bis auf ganz wenige Ausnahmen) werden als Attachments von eMails verbreitet. Also niemals blind Attachments anklicken, erst recht nicht wenn man den Absender nicht kennt. Aber auch dann Vorsicht vor Anhängen mit den Endungen .js, .vbs.
2. keine ausführende Programme von Seiten laden, deren Inhaber und deren Zweck unbekannt ist.
3. Sicherheitsupdates der Browserhersteller regelmäßig einspielen

Einen sehr weiten Schutz bieten aber schon eine ständig aktualisierte Version eines Virenscanners, am besten in Verbindung mit einer Personal Firewall.

Persönliche Daten im Netz

Grundsätzlich muss man daran denken, das jede Kommunikation im Internet ungeschützt ist, das heißt jede eMail, die man schreibt kann rein theoretisch von jedem gelesen werden!
Das gleiche betrifft die Weitergabe von persönlichen Daten: angefangen bei der eMail-Adresse bis hin zu persönlichen Vorlieben, nichts was man sendet ist geheim. Es gilt im Prinzip dasselbe wie bei unaufgeforderten Fragebogenaktionen, man weiß nie was mit den Daten gemacht wird. Man kann aber bei Seiten von großen Firmen/Versandhäusern etc. davon ausgehen, dass diese nicht mutwillig die Daten weitergeben, was aber nicht bedeutet, dass es nicht zu Fehlern kommt.

Lange Zeit ein vieldiskutiertes Thema waren die so genannten Cookies. Dabei handelt es sich um kleine Textdateien, die vom jeweiligen Server auf dem Rechner des Benutzers abgelegt werden. Ihre Aufgabe reicht von der Steuerung einer Session über die Wiedererkennung von Benutzern bis hin zum möglichen Sammeln von besuchten Webaddressen. Gerade wegen dieser Möglichkeiten sind Cookies ein wenig in Verruf geraten, insbesondere da die meisten Webbrowser in der Standardeinstellung automatisch Cookies akzeptieren ohne Nachzufragen. Ansonsten gehen keine weiteren Gefahren von Cookies aus und man kann sich ihrer auch recht leicht entledigen indem man sie einfach aus dem entsprechenden Verzeichnis löscht.

Eine besondere Angelegenheit ist die Weitergabe von Daten wie Kreditkartennummern oder der Nutzung von Onlinebanking: man sollte beachten, dass die Übertragung solcher Daten nur im SSL-Modus stattfindet, sie also verschlüsselt übertragen werden. Dies erkennt man sowohl bei Netscape als auch bei Microsoft an der Schaltfläche "Lock". Außerdem gilt Kartennummern nur bei Seiten mit glaubwürdigen Auftritt preisgeben.

Weiterführende Links:

Zur Geschichte und Methodik von Viren - der Guide des BSI - http://www.bsi.de/av/virbro/kap1/kap1_1.htm

Viele Informationen zum Thema Virenschutz findet man auf den entsprechenden Seiten des Computerzeitschriftenverlag Heise (c't, etc...) http://www.heise.de/security/. Ausführliche Test, Links zu den Herstellerseiten etc...

Ebenfalls empfehlenswert ein Artikel dieser Zeitschrift http://www.heise.de/ct/00/12/036/.

Damit verbunden ist ein Test der persönlichen Sicherheitseinstellungen für den Browser http://www.heise.de/security/dienste/browsercheck/

Umfangreiche Informationssammlung des RZ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu Sicherheitsproblemen von WWW-Browsern und verwandten Programmen (Java, Java Script, Active X) http://www.uni-muenster.de/WWW/Sicherheit.html . Hier sieht man wirklich die abschreckende Seite.

Die deutschen HOAX-Buster - http://www.tu-berlin.de/www/software/hoaxlist.shtml

Big brother is watching you - eine Sammlung von Berichten über die NSA und die Sicherheit der privaten Kommunikation - http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/default.html

Weiterführende Literatur:

Gieseke, Wolfram: Anti-Hacker Report , Düsseldorf, 2001.